Im Felsenlabyrinth Kalich

Die StreckeBesedice (Gemeinde, Parkplatz), der gelben Markierung folgen – Sokol (Aussichtspunkt) – Chlévištì – Kalich – Besedice (Gemeinde, Parkplatz).

Art der Reise

Anzahl der km: 5km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Èeský ráj

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Felsenstadt Besedice mit geheimer Felsenkapelle - frei zugänglich

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Zug: Zittau - Liberec - Turnov - Želený Brod (Station Malá Skála ist von den Felsen ca. 1,5 km entfernt, Achtung - anspruchsvoller Aufstieg). Mit Auto: Zittau - Liberec - Turnov - Železný Brod, in Malá Skála rechts abbiegen (Brücke über die Iser)
Parken: direkt in Besedice (während der Saison gebührenpflichtig)
Verpflegung: stilvolles touristisches Restaurants direkt am Eingang zu den Felsen; Buffet am Parkplatz

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Ziel ist das wahrscheinlich geheimnisvollste Felsenlabyrinth des Böhmischen Paradieses. Ein Ort, an welchem man von Aussichtspunkten die Felsenlandschaft bewundern und in dunklen Sandsteinkavernen und -höhlen mit patriotischen Namen aus der tschechischen Geschichte, verweilen kann. Der gelb markierte Wanderpfad, der sich häufig bis auf Körperbreite verengt, windet sich durch die „steinerne Stadt" Kalich (Kelch) und das „Labyrinth" Chlévištì (Stallung). Verwitterte Sandsteinblöcke bilden hier enge, etwas Anstrengung erfordernde Gassen, die sich dahinschlängeln und gabeln, um später wieder zusammenzufinden.

Ursprünglich war dies eine geheimnisvolle und von Menschen wenig aufgesuchte Gegend. Einheimischen Schwärmern gelang es erst nach dem 1. Weltkrieg, dieses Gebiet für Touristen zugänglich zu machen. Der Weg durch das Labyrinth und die  Befestigung der Aussichtspunkte in ihrer heutigen Form wurde erst 1956 gestaltet, als der Wanderpfad nach dem damaligen Präsidenten Edvard Beneš benannt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. 

Der Weg beginnt am berühmten Gasthof „Hütte am Kelch". Nicht weit von hier beginnen die Pinienwälder voller Felsen aus hellem Sandstein. Eine in den Felsen geschlagene Stiege erleichtert den Wanderen den Aufstieg. Bald gelangt der Pfad zur Felsenkapelle mit einem Altar in einer Felsspalte, dem gemeißelten Kelch und der Jahreszahl 1634. Diese Felsenkapelle soll angeblich in der Zeit der Gegenreformation im 17. Jahrhundert den Böhmischen Brüdern zu heimlichen Gottesdiensten gedient haben. Links an der Wand steht ein Zitat aus den Werken von Johann Amos Comenius geschrieben: „Ich glaube an Gott, dass, nachdem die Sturmdrangsal überwunden, die Regierung zu Dir und Deinen Geboten wieder zurückkehren wird, oh du tschechische Volk". Daneben stehen Verse vom Franziskaner Jindøich Erazim Vitásek. Nicht weit von der Felsenkapelle befindet sich ein symbolisches Grab für die umgekommenen Böhmischen Brüder.

Der gelb markierte Wanderpfad führt weiter zu einem Chlévištì (Stallung) genannten Labyrinth, wo die Menschen in Kriegzeiten das Vieh versteckten. Die Felsen sind zu bizarren Formen verwittert und enthalten zahlreiche Spalten und Grotten. Einer von ihnen trägt den Namen von Václav Sadovský aus Sloupno. Dahinter liegen zwei bekannte Aussichtspunkte, die nach den Patrioten Hoøák und Husník benannt sind, die am Bau der Wege beteiligt waren. Von diesen bietet sich eine fantastische Aussicht auf das Böhmische Paradies und bis weit ins Land hinein. In der Nähe liegt noch eine Höhle, die den Namen von Matìj Krocínovský von Borek, einem verfolgten Prediger, trägt. Direkt daneben schließt sich die bekannte Aussicht „Wo meine Heimat ist" an, deren Name sich auf die einleitenden Worte der Tschechische Nationalhymne bezieht. Von dieser Aussicht bietet sich ein berauschender Ausblick: wie auf einem Handteller liegt hier der Norden des Böhmischen Paradies zu Füßen, eingerahmt vom Tal der Iser zwischen den Bergrücken mit der bunten Burg Frýdštejn und dem Jeschken. In der Mitte schweift der Blick über Bezdìz und das in Richtung Prag führende Flachland.

Von hier geht der Weg durch die geheimnisvollen, engen Gassen zwischen den Felsblöcken hindurch, bis er an der Kreuzung bei Herrenfeld heraustritt und hinauf auf den Berg führt. Auf der linken Seite steht ein Felsenturm mit einem Kupferrelief von Miroslav Tyrš, dem Begründer der Tschechischen Leibeserziehung. Oben befindet sich die durch Geländer gesicherte Aussicht „Auf dem Falken" mit einem schönen Ausblick auf die Ausläufer des Isergebirges und das Isertal. Wie auf dem Handteller präsentiert sich hier die Felsenwelt, welche manchmal auch als die tschechischen Dolomiten bezeichnet werden.

Der Weg führt vom Berg durch einen angenehmen Mischwald hinab und erreicht nach einer Weile Besedice.