Drábské světničky – die in den Fels geschlagene Burg „Schergenstübchen“

Die StreckeZittau – Liberec – Turnov – Dneboh (Parkplatz), blau bezeichneter Wanderweg – Drábské světničky und zurück

Art der Reise

Anzahl der km: 1km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Český ráj

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Drábské světničky  - sehenswerte Burgruine der Felsenburg „Schergenstübchen"; ganzjährig zugänglich.

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Auto: Zittau - Liberec - Turnov - Dneboh
Parken: Parkplatz unterhalb von Drábské světničky - Dneboh (kostenfrei - 2011).
Verpflegung: ein Ausflugsrestaurant „Zur schönen Aussicht“ liegt in der Nähe von Drábské světničky (ca. 1,5 km) und ist für seine beeindruckende Aussicht bekannt.

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Eine wirklich eigenartige Burgruine des Böhmischen Paradies ist das Drábské Světničky (Schergenstübchen). Dessen ursprüngliche Gebäude aus Holz waren an in den Sandsteinfelsen gehauene Räume angebaut. Die Holzbauten verfielen mit der Zeit und als einziges sind von der Burg die an kleine Zimmer erinnernden Räume in den Sandsteinfelsen übriggeblieben.

Die bemerkenswerte Burg befindet sich auf vier großen und drei kleineren Felsenblöcken, die infolge Erosion durch schmale Spalten getrennt sind. Seit ihrer touristischen Erschließung sind die einzelnen Felsenblöcke mit ihren Felsenräumen (es gibt insgesamt etwa zwei Dutzend) durch Leitern und Stufen verbunden. Gefährliche Stellen und Aussichtspunkte sind durch Geländer gesichert.

Drábské Světničky ist ein Ort mit einer einzigartigen Atmosphäre. Von hier bieten sich wundervolle Aussichten in das Isertal, auf den Jeschken und in das tschechische Landesinnere. Die geheimnisvollen Winkel und die in den Fels gehauenen Räume erinnern an ehemalige Felsenstädte in anderen Teilen der Welt. Ungeklärt bleibt bisher die genaue Geschichte der Felsenburg Drábské světničky, von wem und zu welchem Zweck sie in den Fels geschlagen wurde. Mit hoher Wahrscheinlichkeit diente sie als eine Schutz- und Verteidigungsburg mit strategischer Aussicht auf die umliegende Gegend, die zu Beginn des 15. Jahrhundert an Stelle einer älteren Siedlung errichtet wurde. Interessant ist die tschechische Bezeichnung der Felsenburg, die sich vermutlich entweder auf bewaffnete Männer (dráb - Häscher) dieser Herrschaft bezieht, oder wohl eher von dem alten tschechischen Wort „drápat" (kratzen), welches „in Stein hauen" bedeutet, abgeleitet ist.

Die Burg konnte ursprünglich von den umliegenden Felsen durch eine Zugbrücke getrennt werden und war sicherlich nur schwer einnehmbar. Die wichtigsten Bauten der Befestigungsanlage waren Palisaden und Holztürme, die Felsenräume dienten in erster Linie als Verstecke und Vorratslager. Ein interessanter Raum mit Steinbank und einem möglichen Altaruntersatz scheint eine Kapelle gewesen zu sein. Ein tief in den Felsen gehauener Raum wird oft als Verlies bezeichnet, er ist aber vermutlich eher als Getreidespeicher anzusehen. Zwei Räume der Burganlage stammen laut Historikern aus jüngerer Zeit, wahrscheinlich aus dem Dreißigjährigen Krieg in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, in denen sich vermutlich Dorfbewohner vor den Verwüstungen kaiserlicher oder schwedischer Truppen in Sicherheit gebracht hatten.