Bauernhof Kopice - böhmische Geschichte inmitten von Felsen
Die StreckeKacanovy (Friedhof, Parkplatz; blau markierter Wanderweg) – Bauernhof Kopice und zurück





Art der Reise
| Anzahl der km: | 3km |
|---|---|
| Ausflugstipp: | zu Fuß |
| Schwierigkeit: | ein einfacher Ausflug (im Flachland) |
| Touristengebiet: | Èeský ráj |
Touristische Besonderheiten
| Weitere Attraktionen: | Bauernhof Kopice - ein gut erhaltenes Beispiel der Volksarchitektur in der Mitte der Wiesenenklave im Böhmischen Paradies. Der Bauernhof ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und kann nur von außen besichtigt werden. Felsenreliefs von Vojtìch Kopice - die einzigartigen Werke des Volkskünstlers befinden sich an den Felsen im Tal hinter dem Bauernhof Kopice und sind ganzjährig zugänglich. Internet: www. kacanovy.cz - über die Gemeinde Kacanovy mit einem Überblick der Denkmäler und Geschichte einschl. des Bauernhofes Kopice. |
|---|
Weitere Informationen
| Verkehrsverbindungen: | Mit Auto: Straße - Liberec - Turnov - Kacanovy |
|---|---|
| Parken: | improvisierter Parkplatz am Friedhof in Kacanovy (begrenzte Möglichkeiten). |
| Verpflegung: | in Kacanovy - zum Beispiel das stilvolle Hotel Králíèek (Kaninchen) |
Sehenswertes mit Wegbeschreibung
Ein etwas weniger bekanntes, aber sehr bemerkenswertes Denkmal des Böhmischen Paradieses ist der Bauernhof Kopice (manchmal auch als Vogtamt Jiroš benannt). Es handelt sich um einen Bauernhof vom Ende des 18. Jahrhunderts, als ein sehr interessantes Beispiel der Volksarchitektur der Landschaft Pojizeøí. Er liegt sehr romantisch auf einer von Wäldern umgebenen Wiese und strahlt den Erhabenheit einer langen Traditionen aus. Man gelangt hierher leicht über die Waldstraße vom Friedhof in Kacanovy immer der blauen Wandermarkierung folgend.
Der Bauernhof wurde an der Stelle eines älteren Gebäudes (vielleicht aus dem 17. Jahrhundert, aber möglicherweise noch älter) im Auftrag des Gutsherrn Josef Jiroš im Jahre 1787 erbaut. Er besteht aus einem gezimmerten Holzwohnhaus mit einer Galerie und weiteren angebauten Wirtschaftsgebäuden. Der Hof wird von einem gewölbte Sandsteintor begrenzt, was ihm eine Stimmung der Geborgenheit mitten im Wald verleiht. Das Haus ist umgeben von einem Obstgarten und Bienenhäusern. Vor dem Eingang steht am Weg eine Volksstatue vom Heiligen Drachentöter aus dem Jahr 1806. Den Sockel der Statue schmücken Reliefs von Christus in Garten Gethsemane, der Heiligen Petronila und Fellicula, Magdalena und St. Anna aus dem Jahr 1884.
Der Bauernhof ist mit der bemerkenswerten Person Vojtìch Kopice (1909-1978) verbunden, der im Jahre 1932 hierher eingeheiratet hatte. Dieser Mann prägte den Ort so, dass das ursprüngliche Gemeindeamt Jiroš heute öfter mit seinem Namen verbunden wird. Vojtìch Kopice war ein echter Autodidakt, der nicht nur das Harmoniumspiel pflegte, sondern sich auch mit Geschichte und Kunst befasste und die Bildhauerei liebte. Diese besondere Verbindung lies ab den 1940er Jahren praktisch bis zu seinem Tod die in die Sandsteinfelsen hinter dem Bauernhof gehauenen Volksreliefs mit Themen zur tschechischen Geschichte und Nationaltradition entstehen. Daneben sind aber auch moderne und ahistorische Arbeiten zu finden, z. B. die Fürstin Libuše, St. Wenzel, der slowakischen Rebell Jánošík, der erste Präsident der Tschechoslowakei T. G. Masaryk, Partisanen, Haustiere, ein Löwe sowie Amor mit Pfeil und Bogen.
Besucher können im Tal unterhalb des Bauernhofes auch den Beweis der enormen Ausdauer von Kopice bewundern - einen in den Fels geschlagenen Brunnen. Jahrhunderte musste Wasser aus dem Tal zum Bauernhof geschafft werden, weshalb Kopice sich vornahm, einen tiefen Brunnen zu graben, um genug Wasser für seine Wirtschaft zu erhalten. Es war ein sehr ergeiziges Vorhaben, denn das Wasser befindet in einer Tiefe von 35 Metern. Deshalb war es notwendig zwei Stollen zu graben, um das Wasser zwischen diesen kompliziert umzuleiten. Der Brunnen wurde am Ende erfolgreich fertiggestellt, hätte aber Vojtìchu Kopice fast das Leben kosten können, da es beim Bau zum Einsturz eines Teiles des Brunnen kam. Zum Glück war der sehr religiöse Landwirt und Volkssteinmetz regelmäßiger Kirchgänger. Der Vorfall ereigente sich, als er gerade auf Hrubá Skála (Grobfels) einen Gottesdienst besuchte.