Doktor Kittel, der Faust des Isergebirges

Die StreckeKrásná (Parkplatz beim Pfarrhaus) – Kittlovsko – von Legenden umwobener Ort – und zurück

Art der Reise

Anzahl der km: 6km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Jizerské hory

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Kittlovsko - von Legenden umwobener Ort des Arztes Kittel mit einer Kirche, Heilungsbrünnlein, Pfarrhaus, Kittels Blockhaus und Kittel-Museum  geöffnet: Mai, Juni, September Sa,So 10.00-18.00 Uhr, Juli und August täglich 10.00-18.00 Uhr www.kittelovsko.cz - von Legenden umwobener Ort - Krásná/Šumburk, www.kitl.cz - Apotheke mit typischen Kittel-Produkten, www.kittel.cz - Kittel Museum

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Auto: Zittau - Liberec – Jablonec – Krásná (Jistebsko).
Parken: kleiner Parkplatz beim Pfarrhaus in Krásná
Verpflegung: im nahen Ausflugsgebiet Pěnčín - Restaurant „U brusírny/An der Schleiferei“ und Erfrischung „U husy/Bei den Gänsen“.

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Das Dorf Krásná (ursprünglich Schumburg, tschechisiert Šumburk) wurde zum ersten Mal im Jahre 1602 erwähnt. In diese wunderschöne Landschaft brachte der Besitzer General Nicolas Graf Desfours am Ende des 17. Jahrhunderts  seinen Feldscher Melichar J.A.Kittel. Aus dem im ganzen Böhmisch-Lausitzer Grenzgebiet erfolgreichen Geschlecht der Kittel gingen in Rumburk 14 Kindern hervor, von denen das berühmteste Johann Joseph Anton Eleazar Kittel wurde, der am 3. Februar 1704 das Licht der Welt erblickte.

Johann Kittel übernahm das Handwerk seines Vaters und wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum legendären Wundarzt und Apotheker in den Bergen Nordböhmens, zu dem die Kranken im Glauben an seine Fähigkeiten Dutzende Kilometer wanderten. Damaligen Gerüchten zufolge soll Kittel seine Behandlungserfolge Hexenpraktiken und einem Bund mit dem Teufel verdanken. Deshalb wird manchmal in der Literatur Kittel auch als der Faust des Isergebirges betitelt.

1750 ließ Kittel in Šumburk ein mächtiges Blockhaus mit einem Mansardwalmdach errichten, das damals mit Schindeln gedeckt war. Weil es an ein Herrenhaus erinnerte, wurde es „Burg" genannt,. In seinem Inneren waren außer Kittels Arbeitszimmer und der Wohnung seiner umfangreichen Familie auch die Apotheke und Zimmer für Patienten untergebracht. Das Haus existiert bis heute und wird schrittweise rekonstruiert. Kittel ließ in den Jahren 1756-1760 im Dorf die Kirche von St. Joseph und das Schulgebäude bauen. An der barocken mit Schindeln gedeckten Wallfahrtskirche ist die sogenannte Heilige Treppe bemerkenswert, die von den Gläubigen auf den Knien bestiegen wurde. (Der Legende nach soll sich Kittel mit dem Bau der Kirche aus den Fängen des Teufels befreit haben.) Unterhalb der Kirche befindet sich in einer alten Hütte aus dem Jahr 1782 jetzt das Kittel-Museum mit einer Anzahl von Erinnerungen an den Wunderarzt, seine Zeit und diesen Ort. Im Museum wird eine Reihe von Aktionen veranstaltet, so zum Beispiel am Johanniswochenende oder die Nacht des Kittel-Museums. Im Museum sind auch  Kittel-Souvenirs, z.B. Wein und Sirup erhältlich.

Gegenüber der Kirche liegt das barocke Pfarrhaus, vor welchem die Statue der Heiligen Dreifaltigkeit aus dem Jahr 1772 steht, welche auch von Johann Kittel gestiftet wurde. Links neben dem Kirchentor ist das kleine St. Josef Brünnlein mit angeblich heilkräftigen Wasser. (An diesem ist immer ein kleiner Frosch zu finden, der laut Legende, der Geist einer verzauberten Müllerin ist.)

In der Nähe von Krásná befindet sich das touristische Ausflugsgelände Pěnčín, mit landwirtschaftlichen und handwerklichen Sehnswürdigkeiten, die vor allem bei Familien mit Kindern sehr beliebt sind.