Jizerka – Wiesensiedlung mit schönen Holzhäusern inmitten eines Torfmoores

Die StreckeJizerka (Parkplatz) – Jizerka (das Torfmoors von Jizerka – Kleine isergebirgen Wiese) – Mündung der kleinen Iser in den Fluss Iser (Grenzbrücke) – Bukovec und zurück

Art der Reise

Anzahl der km: 7km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: mittlere Schwierigkeit
Touristengebiet: Jizerské hory

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Jizerka - gut erhaltenes Dorf mit ursprünglichen Gebirgshäusern Museum des Isergebirges geöffnet: Mai-Oktober: Sa, So 9.00-16.00 Uhr; in den Wintermonaten manchmal auch am Wochenende von 10.00-15.00 Uhr Internet: www.korenov.cz - Gemeinde Koøenov, www.csopjizerka.cz - Betreiber des Museums des Isergebirges, www.jizerka.cz - Betreiber von Panský dùm und Pyramida

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Zug: Bahnlinie Zittau - Liberec – Jablonec nad Nisou – Tanvald – Harrachov – Szklarska Porêba (die Station Koøenov ist von der Ortschaft Jizerka 7 km entfernt). Mit Auto: Zittau - Liberec – Jablonec n. N. – Tanvald – Koøenov – Jizerka (Parkplatz)
Parken: direkt am Ortsrand (gebührenpflichtig)
Verpflegung: In Jizerka gibt es eine Reihe von Gasthäusern und Berghütten; besonders beliebt bei Touristen ist die Pyramide

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Jizerka ist das höchstgelegene und wohl bedeutendste Dorf des Isergebirges (Verwaltungsgemeinde Koøenov). Der Blick auf diese charakteristische Wiesensiedlung mit ihren verstreuten Hütten mitten in den Bergen darf in keiner Publikation des Isergebirges fehlen. Dank seiner interessanten Bebauung aus romantischen Holz- und Steinhäusern ist es seit 1995 ein Schutzgebiet der Volksarchitektur. Untrennbar mit dem Erscheinungsbild von Jizerka sind die Basaltkegel des Berges Bukovec (1.005 m) verbunden, unterhalb dessen auf der sog. Hirschaugen-Wiese im Mai die charakteristischen gelben Hirschaugen blühen.

Jizerka wurde zum ersten Mal im Jahr 1539 als Siedlung böhmischer Vogelfänger erwähnt. Hier lebten in ärmlichen Hütten nicht nur Vogelfänger, sondern auch  Holzfäller und Hirten. Erst am Anfang des 19. Jahrhundert (1828) wurde hier von Glaser Franz Riedel erstmals ein Hüttenwerk errichtet, dessen Reste in der Nähe des hölzernen Herrenhauses, der ursprünglichen Wohnung des Hüttenmeisters noch sichtbar sind. Die zweite Glasmanufaktur wurde 1866 gegründet und bis 1911 betrieben. Später diente es als Kinderferienlager, verfiel danach zusehends und ist heute als ein stilvolles Restaurant wiederhergestellt.

Jizerka war im Mittelalter als Lagerstätte seltener Mineralien berühmt. Im Saphirbächlein, das ein Nebenfluss der Iser ist, wurden angeblich die schönsten  Rubine und Saphire Böhmens sowie schwarze Spinneis, Zirkonien und Amethysten gefunden. Insbesondere gab es hier häufige Vorkommen des Iserin genannten Ilmerit, ein schwarzes Mineral, welches früher bei Herstellung von Trauerschmuck Verwendung fand.

Seit dem 19. Jahrhundert ist Jizerka ein beliebtes Touristenzentrum in den Bergen. Viele der Hütten wurden zu Ferienhäusern umgestaltet. Seit der Vertreibung der ursprünglichen Bevölkerung nach 1945 dient die attraktive Gemeinde fast ausschließlich Freizeit- und Erholungszwecken.

 

Das Museum des Isergebirges, welches sich im Gebäude der ehemaligen Schule mitten in der Gemeinde befindet, präsentiert das alte Gesicht der Berge als Ausstellung Richter. Zu besichtigen gibt es alte Schlitten zum Holztransport, eine Tischlereibank für die Schindelherstellung, eine Handschleifmaschine für landwirtschaftliche und häusliche Geräte, alte handgefertigte Ski oder Werkzeuge der Holzfäller und Glasindustrie sowie alte Trachten. Bis vor kurzem gab es auch das berühmte „Hnojový dùm" (auch unter dem deutschen Namen Misthaus bekannt), in dem der Weltenbummler Gustav Ginzel (1933 - 2008) lebte. Ein Haus voller Kuriositäten, dass seinen Namen der früheren Viehwirtschaft verdankt. Über das Misthaus, seinen Besitzer und dessen besonderer Lebensphilosophie wurden viele Artikel geschrieben und auch einige Dokumentarfilme gedreht. Das ursprüngliche Misthaus fiel im Jahre 1995 einem Brand zum Opfer und das jetzige Haus ist eine Replik des ursprünglichen Gebäudes. Seit dem Tod seines berühmten Bewohners ist es für Besucher nicht mehr öffentlich zugänglich.

 

Unsere Besichtigung der einzigartigen Siedlung sollten wir mit einem Besuch des Torfmoores Jizerka verbinden, welches sich an der kleinen Straße hinter einem der letzten Häuser am Rand von Jizerka befindet. Hier ist mündet auch die Kleine Iser in den Fluss Iser, welcher die Grenze zwischen Tschechien und Polen bildet. Seit 2005 verbindet eine Grenzbrücke die beiden Ufer und führt in die ca. 1 km entfernte kleine polnische Ortschaft Or³e, die ähnlich Jizerka eine Wiesesiedlung mit Glashütte ist. Auf dem Rückweg überqueren wir den Sattel unterhalb des Bukovec, von dem wir gemütlich zurück zum Parkplatz am Eingang der Siedlung gelangen.