Die Jungfrau Maria in Hejnice

Die StreckeHejnice (Zentrum, Kirche) – Spaziergang durch den alten Teil des Dorfes einschließlich des Wallfahrtsweges – Hejnice (zurück)

Art der Reise

Anzahl der km: 5km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Jizerské hory

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Basilika - heilige Messen: Di-Fr 09-16 Uhr; So 9 Uhr - Besichtigung außerhalb der Messen möglich In Hejnice befindet sich ein Schwimmbad mit einem Campingplatz   Internet:    www.mestohejnice.cz (Stadt Hejnice), www.mcdo.cz (Internationales Zentrum für geistliche Erneuerung)

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Auto: Zittau – Frýdlant – Raspenava – Hejnice
Parken: direkt vor der Basilka und dem Kloster (kostenlos)
Verpflegung: mehrere Gasthöfe und Restaurants direkt in der Nähe des Klosters

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Hejnice

Die Stadt Hejnice (Haindorf) mit seiner jahrhundertealten Wallfahrtstradition liegt im Gebiet von Frýdlantsko im malerischen Tal des Flusses Smìdá, von wo die Nordhänge des Isergebirges aufstreben. Der Wallfahrtsort wurde nach einer Legende bereits im Jahr 1211 gegründet. Die Pilger werden traditionell von Franziskanern betreut, deren Kloster 1692 von Graf Franz Gallas gegründet worden war. In den historischen Gebäuden befindet sich jetzt das Internationale Zentrum für geistliche Erneuerung, welches nicht nur den Service für die Pilger und Gläubige sichert, sondern auch Konzerte in der Basilika und Ausstellung sowie andere Veranstaltungen im Kloster organisiert.

Nach Hejnice kommen seit Jahrhunderten nicht nur Pilger vom Gebiet der heutigen Tschechischen Republik, sondern auch aus dem angrenzenden Deutschland und Polen. Herzstück des Wallfahrtsortes Hejnice ist die Mater Formosa, die anmutige Mutter, eine gotische Statue der Jungfrau Maria mit einem ungewöhnlichen Lächeln. Die Entstehung des Wallfahrtsortes ist verbunden mit einer alten Sage: einst lebte in der Nähe der Wallfahrtskirche ein Siebmacher, dessen Frau und Kinder schwer erkrankten. Der traurige und von der Arbeit erschöpfte Mann ging zu einem nahe gelegenen Hain, wo er sich unter eine Linde niederlegte und seine Seele bald von leichtem Schlaf eingehüllt wurde. Im Traum umgaben ihn tröstende Bilder und jemand sprach zu ihm: "Du kannst deine Frau und Kinder heilen, wenn du eine Statue unserer süßen Jungfrau kaufst. Bring diese hierher und stelle sie in der hohlen Linde auf". Den nächsten Freitag suchte der arme Siebmacher auf dem Markt in Zittau einen Holzschnitzer auf, mit dem er über die Anfertigung der kleinen Statue sprach. "Ja - sagte der Bildhauer - ich möchte diese gern für dich schnitzen, aber ich muss es bezahlt bekommen". Der Siebmacher antwortete traurig, dass er nur sieben Pfennig hat: sechs vom Verkauf seiner Waren und einen siebten, den er mit Glück auf dem Weg gefunden hatte. Mehr könne er nicht geben. Für das Geld konnte ihm der Holzschnitzer nur eine alte Statue verkaufen, die sonst niemand haben wollte. Er verlangte am Ende nur den einen Pfennig, den der Siebmacher auf dem Weg gefunden hatte. Kurz nachdem die Statue in der Linde stand, wurden seine kranke Frau und Kinder innerhalb von wenigen Tagen wieder gesund. Und nach ihnen noch viele, viele andere.

Das Tabernakel der Jungfrau Maria Heimsuchung für die Mater Formosa entstand auf dem Gelände der Holzkirche aus dem 14. Jahrhundert und wurde später mehrfach erneuert. Sein heutiges barockes Aussehen stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts, als die ältere, ursprüngliche Kirche von T. Haffenecker umgebaut wurde. Vor der Basilika befinden sich einige barocke Statuen und eine Betsäule aus dem Jahr 1695. Die stattliche Klosteranlage wird im Hintergrund wunderschön von den Höhen des Isergebirges umrahmt. Rechts über der Barock-Basilika erhebt sich der felsige Gipfel des Oøešník.

In den vergangenen Zeiten sind die Pilger über mehrere Pilgerwege nach Hejnice gelangt. Noch weitgehend erhalten blieb der alte Pilgerweg, der die Gläubigen aus Liberec über Oldøichov v Hájích führte. Bis heute gibt es eine ganze Reihe von malerisch in den Ausläufern des Berges gelegen Kreuzen und Wallfahrtsstationen. Heute folgt der Weg der blauen Wandermarkierung. Es lohnt sich, zumindest das schöne zwei Kilometer lange Wegstück von der Basilika in Hejnice bis zu den einsam gelegenen „v Lukách" (in den Wiesen) zu gehen.