Auf den Spuren der Heiligen Zdislava

Die StreckeJablonné v Podještědí (Stadtplatz, grün markierter Wanderweg) – Teich Markvart - Lemberk und zurück

Art der Reise

Anzahl der km: 6km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Českolipsko

Touristische Besonderheiten

Burg / Schloss:

Burg und Schloss Lemberk, Öffnungszeiten: April, Oktober: Sa, So 9.00-15.00 Uhr; Mai, Juni, September: Di-So 9.00-16.00 Uhr; Juli, August: Di-So 9.00-16.30 Uhr   Internet: www.zdislava.cz (Kloster und Basilik in Jablonné), www.jablonnevp.cz (Stadt Jablonné), www.zamek-lemberk.cz (Schloss Lemberk)

Weitere Attraktionen:

Basilika Minor St. Vavřinec und St. Zdislava; Galerie, Museum und die Basilika Minor; Führungen; Öffnungszeit: Mai-September (Pilgersaison): Di-Fr 9.00-11.00, 14.00-16.00 Uhr (Sa,So nur nachmittags). Eintritt in die Krypta nur für ernsthafte Interessenten;  Zutritt zum Grab von St. Zdislava nur zur Hauptwallfahrt am letzten Sonnabend im Mai. Aussichtsturm in Jablonné: ehemaliger Kirchturm (heute Brauerei), Öffnungszeiten: April, Oktober: Sa,So 10.00-12.00 12:30-15.00 Uhr; Mai, September: Di-Fr 10.00-11.00 13.00-15.00 Uhr, Sa, So 10.00-12.00 12.30 -16.30 Uhr; Juni-August: Di-So 10.00-12.00 12:30-17.00 Uhr Zdislava-Brünnlein: frei zugängliche Quelle des wundertätigen Wassers unterhalb von Lemberk; Internet: www.zdislava.cz (Kloster und Basilik in Jablonné), www.jablonnevp.cz (Stadt Jablonné), www.zamek-lemberk.cz(Schloss Lemberk)

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Zug: Bahnstrecke Liberec - Česká Lípa (Bahnhofstationen in Jablonné v Podještědí oder Lvová, wobei letztere näher am Schloss Lemberk liegt) Mit Auto: Zittau – Liberec – Jablonné v Podještědí (Stadtplatz)
Parken: möglich in Jablonné v Podještědí (Stadtplatz - kostenlos) oder unterhalb der Burg Lemberk (gebührenpflichtig)
Verpflegung: In Jablonném gibt es mehrere Restaurants mit tschechischer Küche – interessant ist die Pension mit Restaurant „U Salvatora“ in einem denkmalgeschützten Gebäude von Anfang des 18. Jahrhunderts; im nahe gelegenen Jítrava (an der Straße Liberec – Jablon

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Jablonné v Podještědí (Deutsch Gabel) ist eine der ältesten Städte in Nordböhmen. Seit dem frühen Mittelalter verliefen hier Landwege, die das tschechische Inland mit der Oberlausitz verbanden. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1249, als der Sohn des Markvarts Havel, Herr von Lemberk war und sich als "de Yablonni" bezeichnete. Seine Frau war die St. Zdislava, welche heute nicht nur als geistliches Symbol für Jablonné v Podještědí und die Burg Lemberk, sondern für die gesamte Region Liberec gilt. Entsprechend der Tradition ihrer Zeit besuchte sie oft die Kranken und Armen, um diesen vielfältig zu helfen. Die Dalimil-Chronik führt über sie aus: "Fünf Tote hat sie mit Gotteshilfe erweckt, vielen Blinden die Sehkraft zurückgegeben, viele Gelähmte und Leprakranke geheilt und gegenüber anderen Armen viele große Wunder vollbracht." Einige Szenen aus ihrem Leben, ihre Wundertaten und Hilfe für die Leidenden, sind auf 24 Bilder erfasst, die um ihr Grab in der Krypta der Basilika St. Vavřinec und St. Zdislava aufgehängt sind. Zdislava von Lemberk wurde am 24. Oktober 2000 durch Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.

Unsere Wanderung beginnt auf dem Stadtplatz in Jablonné an der barocken Pestsäule aus dem Jahr 1686, einer Statue von Jesus und den 13 Heiligen.  In der Nähe liegt die ehemalige barocke Kirche der Geburt der Jungfrau Maria, die niederbrannte und später zur Bauerei ausgebaut wurde. Der 32 m hohe Hauptturm dient heute als interessanter Aussichtsturm.
Das größte Interesse der Gläubigen und Touristen genießt die Basilika Minor St. Vavřinec und St. Zdislava. Das barocke Juwel, dessen Vorgänger eine gotische Kirche war und auf dem Gelände älterer Tabernakel steht, wurde 1252 zusammen mit dem Kloster der St. Zdislava von Lemberk gegründet. Der Bau der jetzigen Kirche wurde 1699 nach dem Entwurf des Architekten Johann Lukas von Hildebrandt aus Wien begonnen und im Jahre 1729 fertiggestellt. Im Kellergeschoss gibt es drei Etagen Katakomben mit der Krypta, in welcher ab dem 18. Jahrhundert die Dominikanermönche begraben wurden. Hier stehen auch die Särge der Herrschaftsfamilien Berka und Pacht.
In der Nähe der Basilika befindet sich die Kapelle St. Wolfgang im Stil der Gotik und Renaissance (heute der Trauersaal) mit einem Turm und Sgraffitos an den Wänden. In der Nähe der Kapelle steht ein Rokoko-Jagdhaus der Familie Pacht aus Rájov aus dem zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts, dass später als Poststation diente. In diesem Gebäude mit der barocken Säule der heiligen Dreifaltigkeit weilte im August 1813 Napoleon Bonaparte.
Entlang des Baches gehen wir durch den Ortsteil Markvartice, über den Damm und um den Teich Markvart. Links hinter dem Teich steht der sorgfältig umgebaute Palma-Hof mit seinem großen Mansarddach. Von dort führt der Weg durch die Lindenallee nach Lemberk, vorbei am barocken Wasserturm, dem hübschen Lustschlösschen Breda und den Umgebindehäuschen in der Vorburg, die wie Verwandte des berühmten Prager Goldmachergässchen aussehen. Danach kommen wir zum Tor der Burg Lemberk. Diese wurde im 13. Jahrhundert von Havel aus der Familie Markvartic gegründet und mit dem deutschen Namen Löwenberg (nach dem Wappentier der Familie) versehen. Der älteste erhaltene Teil der Burg stammt aus der Zeit der Errichtung des großen Turmes. Das heutige Aussehen entspricht einem Umbau aus dem 17. Jahrhundert, der nach den Entwürfen des italienischen Architekten Sebregondi durchgeführt wurde. Im Inneren fesselt insbesondere der Fabelsaal mit 77 Bildern der Aesops Fabeln, die in elf Reihen angeordnet sind.

Unterhalb der Burg liegt auf dem Weg nach Markvartice das bekannte Zdislava-Brünnlein mit ihrer charakteristischen Gloriette im Empire-Stil. Mit diesem Wasser, das nach volkstümlicher Überlieferung besonders gegen Augenbeschwerden hilft, heilte St. Zdislava Kranke.