Der Einsiedlerstein bei der Gemeinde Sloup (Bürgstein)

Die StreckeSloup (Parkplatz) – Einsiedlerstein und zurück

Art der Reise

Anzahl der km: 1km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Českolipsko

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Felsenburg mit Einsiedelei - eines der interessantesten Sehenswürdigkeiten in der Region Liberec mit mittelalterlichen Burgresten und einer ehemaligen Einsiedelei. Geöffnet: April bis Oktober: Sa, So, Feiertage: 9.00-16.00 Uhr; Mai-August: täglich 9.00-17.00 Uhr, September: täglich außer Mo: 9.00-17.00 Uhr Internet: www.hradsloup.cz

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Auto: Zittau – Hrádek nad Nisou - Jablonné v Podještědí – Cvikov – Sloup v Čechách
Parken: direkt unter der Burg (kostenpflichtig)
Verpflegung: Kiosk direkt auf dem Parkplatz und unter den Felsen eine traditionelle und beliebte „Turistická chata pod hradem“ („Touristenhütte unter der Burg“); weitere Möglichkeiten in der Gemeinde Sloup

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Über dem Tal des Dobranov Baches und am Rand des Dorfes Sloup erhebt sich ein 35m hohes Felsenmassiv, auf dem kleine Gebäude, in den Fels gehauene Fenster und die Statue eines Mannes mit Kappe, der in ein Fernrohr schaut, zu erkennen sind. Alles wirkt wie die Szenerie eines romantischen Filmes. Ausflugsziel ist dieses Mal der Einsiedlerstein bei Sloup. Auf dem Sandsteinmassiv mit hoch aufragenden Wänden befand sich vermutlich bereits im Mittelalter die Burgwarte der Herren von Ronov, welche die Route von Böhmen zur Oberlausitz sicherten. Zum Großteil bestand diese aus Holzgebäuden, von denen fast nichts erhalten blieb. Viele Besucher halten zwar eine Reihe von in den Fels gehauenen Räumen für einen Teil des Verteidigungsystems der alten Burg, doch stammen diese erst aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Das Vorhaben, den schwer zugänglichen Felsen in einen lauschigen Ort geistlicher Erbauung zu verwandeln, entstand in der Zeit, als Ferdinand Hroznata von Kokořov das Herrschaftsgut erwarb. In den Jahren 1690 - 1782 lebten hier aufeinanderfolgend sechs Einsiedler, die die einzelnen Räume in den Sandsteinfelsen schlugen. Der erste war ein gewisser Konstantin, auf den das gesamte Baukonzept zurückgehen soll. Von den großartigen Plänen wurde letztlich jedoch nur ein Bruchteil fertiggestellt: ein Kreuzgang, eine Felskapelle und einige andere Räumlichkeiten. Einer der Einsiedler, der Maler Václav Rincholin, malte eine Sonnenuhr an die Sandsteinwand. Als der Herr von Kokořov 1708 starb, ruhte der Bau der Einsiedelei vorübergehend. Einige Jahre später ging das Herrschaftsgut an die Familie von Kinski über, welche den Felsen weiter bearbeiten lies. In dieser Zeit wurden die großen Terrassen angelegt. Ab 1719 wurde der Felsen wieder von Einsiedlern bewohnt, von denen der Glaslinsenschleifer Samuel Görner wohl der bekannteste war. Er hatte 17 Jahre vorher in einer nahe gelegenen Höhle gelebt, die den Name Samuel erhielt. Der letzte Einsiedler lebte hier bis etwa 1785. Danach diente der Felsen romantischer Erbauung, zunächst für kurzweilige Ausflüge der Herrschaft, später für deren wachsende Zahl von Besuchern. Der Ort wurde auch von mehreren Monarchen, wie Kaiser Josef II., König Friedrich August von Sachsen, Erzherzog Stephan oder dem späteren Kaiser Franz Josef I. besucht.

Ab den 1950er Jahren ist der Einsiedlerstein von Sloup öffentlich zugänglich. Der eindrucksvollste Raum ist die 18 m lange und 4 m breite barocke Felskapelle, welche im Jahre 1693 in den Sandstein geschlagen wurde. Über ihr steht ein kleines, achteckiges, barockes Türmchen mit Rundfenstern, durch welche das Licht in den unteren Raum fallen kann. Konzerte und künstlerische Darbietungen im Inneren des Felsens stellen ein wahrlich außergewöhnliches Erlebnis dar.