Glashandwerk - zerbrechliche Kunst im Lausitzer Gebirge
Die StreckeCvikov – Lindava – Nový Bor – Okrouhlá – Prácheň – Kamenický Šenov





Art der Reise
| Anzahl der km: | 2km |
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| Ausflugstipp: | zu Fuß |
| Schwierigkeit: | ein einfacher Ausflug (im Flachland) |
| Touristengebiet: | Českolipsko |
Touristische Besonderheiten
| Weitere Attraktionen: | Glasbläserei Ajeto – Schauwerkstatt mit Glasereikneipe in Lindava; Glasgalerie und Restaurant in Nový Bor Glasmuseen – in Nový Bor und Kamenický Šenov Ehemaliger Schauraum von Bleiverglasungen in Okrouhlá (Schaiba) - ein einzigartiges Bauwerk, das mit der Glasgeschichte des Lausitzer Gebirges verbunden ist Internet: www.ajetoglass.com (Firma Ajeto), www.glassmuseum.eu (Glasmuseum in Nový Bor), www.muzeumskla.cz (Glasmuseum in Kamenický Šenov) |
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Weitere Informationen
| Verkehrsverbindungen: | Mit Auto: Zittau – Hrádek nad Nisou – Jablonné v Podještědí – Cvikov – Lindava – Nový Bor – Okrouhlá – Kamenický Šenov |
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| Parken: | direkt bei der Glashütte Ajeto; Parkplätze in Kamenický Šenov und in Nový Bor |
| Verpflegung: | in allen Städten entlang des Weges; einen Besuch Wert sind die Taverne oder das Restaurant Ajeto Glas in Nový Bor, wo Sie direkt |
Sehenswertes mit Wegbeschreibung
Irgendwo zwischen spannendem, glühendem Handwerk und würdigem Denkmal der Industriegeschichte dieser Region ist die zerbrechliche und kreative Kunst der heutigen Glasmacherei im Lausitzer Gebirge einzuordnen, welche als eines der ersten Handwerke in diesen Bergen seine Heimat gefunden hatte. Die Ursprünge der Glasproduktion im Lausitzer Gebirge liegen in der Mitte des 13. Jahrhunderts, als in den hiesigen Waldgebieten die ersten Glashütten auftauchten. Das Ende des 19. Jahrhunderts brachte eine massive Entwicklung der Lausitzer Glasindustrie und es wuchsen im Vorgebirge zahlreiche kleinere Glashütten, die mit Kohle oder Gas betrieben wurden. Damals entstanden die Glashütten in Polevsko, Dolní Prysk, Svor, Kytlice, Nový Bor, Kamenický Šenov, Prácheň oder Skalnice. Einige dieser traditionellen Glashütten arbeiten bis heute, jedoch stellte die Mehrheit der Betriebe während der Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren bzw. zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Produktion ein.
Die kostbarsten Juwelen historischen Glases können in den beiden örtlichen Glasmachermuseen besichtigt werden. Das Erste begann zunächst als eine Glassammlung und war schon schon zu Zeiten von Österreich-Ungarn Denkmal der örtlichen Produktion in Kamenický Šenov (Steinschönau). 1949 wurde die Sammlung institutionalisiert und ab 1968 in einem wunderschönen neoklassizistischen Gebäude untergebracht, in dem früher einmal eine Zweigstelle der Wiener Firma J.& L. Lobmeyr ansässig war. In der Ausstellung finden wir eine Reihe von einzigartigen Exponaten (sogar einen Stuhl aus Glas) und die Ergebnisse der Erfindungen des berühmten Glasherstellers Egermann. Das zweite Museum finden wir in Nový Bor (Haida) seit 1952 in einem ähnlich prunkvollen Gebäude. Die Geschichte des Museums ist jedoch deutlich älter und reicht bis zu seiner Gründung 1893 zurück. Neben den Exponaten, welche die reiche Tradition der Glasproduktion dokumentieren, sind auch aktuelle Werke von Glaskünstlern, einschließlich der Ateliers und Glasschulen zu sehen.
Wen die heutige Glasproduktion interessiert, sollte die Glashütte Ajeto in Lindava besuchen, die mit den Namen des berühmten tschechischen Glasherstellers Petr Novotný und dem tschechischen Künstler Bořek Šípek verbunden ist. Die Herstellung von Glaskunstwerken ist hier für Touristen mit der Möglichkeit verbunden, selbst ein Glasstück zu blasen. Anschauenswert ist auch die stilvolle Sklářská krčma (Glasereikneipe).
Eine Kuriosität, die immer noch an die Glasherstellung im Lausitzer Gebirge erinnert, stellt der weiße, sechseckige, gotische Turm mit Fenstern aus farbigen Vitragenresten dar. Er steht an der Eisenbahnbrücke zwischen Okrouhlá und Nová Skalice, westlich von Nový Bor. Die Nachbildung eines Kirchenturmes entstand hier 1893 als Musterschauraum für Bemalungen und Bleiverglasungen der Firma Carl Meltzer & Co. Im Jahr 1900 wurde der Betrieb von Okrouhlá in das sächsische Zittau verlegt. Der Turm in den Feldern blieb Schauraum für die Unternehmensproduktion. Trotz seines einzigartigen Aussehens und der historischen Bedeutung, verfällt der Bau bis heute und erinnert als trauriger Zeuge an die Blüte lokaler Glasproduktion am Fuße des Lausitzer Gebirges.