Zur Steinorgel bei Prácheň (Parchen)

Die StreckePrácheň (Parkplatz) – Herrnhausfelsen und zurück

Art der Reise

Anzahl der km: 1km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Českolipsko

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Herrnhausfelsen - einzigartiges Naturdenkmal Internet: www.kamenickysenov.cz (Stadt Kamenický Šenov, auf deren Gebiet sich der Herrnhausfelsen befindet)

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Auto: Zittau – Hrádek nad Nisou – Jablonné v Podještědí – Cvikov – Nový Bor – Prácheň
Parken: direkt am Felsen auf kostenpflichtigen Parkplatz
Verpflegung: zu empfehlen sind das Rasthaus „U koně“ (Zum Pferd) in Prácheň oder Restaurants in den benachbarten Städten Kamenický Šenov (Steinschönau) und Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz)

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Der im Volksmund aufgrund seiner Form als Steinorgel bezeichnete Herrnhausfelsen ist eines der bekanntesten Naturdenkmäler Nordböhmens. Dieser ist auch als Kulisse des romantischen Märchens „Stolze Prinzessin" bekannt, das in Tschechien jedes Jahr mit der Weihnachtszeit verbunden ist.

Das Felsgebilde bei der Gemeinde Prácheň (Parchen) ist ein typisches Beispiel für die Säulenausbildung von Basalt, wie sie bei einer langsamen Erstarrung nach seinem Austritt stattfinden kann. Ergebnis sind hier aufrecht stehende fünf- und sechseckige Säulen, die tatsächlich an eine Orgel erinnern. Diese Säulen wurden seit dem 18. Jahrhundert beim Häuserbau verwendet und sogar nach Holland und Belgien zum Bau von Dämmen und Häfen exportiert. Der Abbau des Basalts führte bedeutenden Entdeckung und zur Freilegung des gesamten Felsgebildes in der Landschaft. Bereits im romantischen 19. Jahrhunderts gab es Versuche die „Steinorgel" vor einem weiteren Abbau zu schützen. Am Ende des Jahrhunderts wurde daher der Felsen zum ersten geologischen Schutzgebiet der Tschechischen Republik erklärt. Jedoch wurde der Abbau später wieder fortgesetzt und am Anfang des 2. Weltkrieges sollte das gesamte Material zwischen Straße und Felsen zum Baum des U-Boot-Stützpunktes auf der deutschen Insel Helgoland verwendet werden. Definitiv wurde der Basaltbruch erst nach Ende des 2. Weltkrieg eingestellt.
Von dem Herrnhausfelsen bietet sich eine wunderschöne Aussicht auf den westlichen Teil des Lausitzer Gebirges, das Erzgebirge und Tschechische Mittelgebirge. In unmittelbare Nähe des Felsens, auf der Wiese neben der Linde steht eine wunderschöne Mariensäule aus dem 18. Jahrhundert, zum Gedenken an den Tod eines jungen Handwerkers und einer Witwe, die hier am 18. Januar 1739 erfroren sind.