Die Gegend rund um den Máchasee

Die StreckeStaré Splavy (Parkplatz) – Máchasee (Anlegestelle); überfahrt mit Auto – Gemeinde Bezděz (Parkplatz) – Burg Bezděz und zurück

Art der Reise

Anzahl der km: 3km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Českolipsko

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Máchasee – eine der größten Wasserflächen Nordböhmens und beliebtes Erholungsgebiet, Burg Bezděz – Königsburg mit einzigartiger mittelalterlicher Architektur. Internet: www.bezdez.cz (Gemeinde Bezděz), www.doksy.com (Stadt Doksy), www.hrad-bezdez.eu (Burg Bezděz), www.regatamachovojezero.cz (Schifffahrt des Máchasees)

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Auto: Zittau - Hrádek nad Nisou – Jablonné v Podještědí – Mimoň – Staré Splavy (Máchasee) – Doksy – Bezděz
Parken: in Staré Splavy gibt es mehrere Parkplätze (kostenlose und -pflichtige); unterhalb der Burg Bezděz ist ebenfalls ein kostenpflichtiger Parkplatz
Verpflegung: in der Nähe des Máchasees liegen zahlreiche Restaurants mit tschechischer Küche; direkt in der Marina steht ein populärer, traditioneller Kiosk; Kioske und Gaststätten finden Sie auch in der Gemeinde Bezděz

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Der Máchasee ist der größte See der Region Liberec und eines der attraktivsten Ausflugsziele des sommerlichen Českolipsko. Ein großes Erholungsgebiet mit einer Vielzahl verschiedener Attraktionen: Schwimmen, Bootssport, Angeln, historische Denkmäler und Diskotheken. Innerhalb der Tschechischen Republik besitzt die Gegend fast Kultstatus und war schon vor dem 2. Weltkrieg sowie durch spätere Gewerkschafts- und Betriebserholung in den Zeiten des Sozialismus beliebt und bekannt. Ursprünglich wurde die 284 Hektar große Wasserfläche als Gross- oder Dokesteich bezeichnet. Zum Máchasee wurde sie erst nach dem zweiten Weltkrieg, in Gedenken an den berühmten tschechischen Poeten Karel Hynek Mácha (1810 - 1836), dem Autor des berühmten Gedichts „Máj" (Mai), dessen Werke mit der Landschaft rund um den See eng verbunden sind.

Der See ist sehr alt. Schon 1366 war  das Tal des Robeč-Baches auf Weisung Karls IV. eingedämmt und das Wasser zum Mühlenantrieb sowie zur Fischzucht genutzt worden.  Bei der Flutung alter Mooren ist es zu eine Isolierung von zwei Gipfeln gekommen, die heute die unzugänglichen Inseln (Enteninsel und Mausschloss mit kleinen Resten der Festung) in der Mitte des Sees bilden.

Der Tourismus hielt am Máchasee zum Ende des 19. Jahrhundert Einzug, als der damaliger Herrschaftsbesitzer, der Graf Wallenstein [müsste es hier nicht Graf von Waldstein heißen? Als Wallenstein wird eigentlich nur eine Person aus der Herrschaft Waldstein bezeichnet: der Feldherr Albrecht Wenzel v. Waldstein, der aber um 1600 lebte, siehe unten] zum ersten Mal das öffentliche Baden erlaubte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besuchten auch Urlauber aus Prag und anderen grossen Städten die Umgebung von Doksy und Staré Splavy. Die ersten Badestrände entstanden und der Verkehr mit kleinen Dampfschiffen wurde eingeführt. Der Schiffsverkehr stellt zusammen mit den Bademöglichleiten bis heute die größten Attraktionen des Sees dar. Die Verbindung der Badestrände und Anlegeplätze wird durch die Ringschiffahrt der Regatta Máchasee mit seine Dampfschiffen hergestellt, welche die Namen der Hauptfiguren aus dem Gedicht „Máj" tragen.

Den Mácha See überragt die markante Königsburg Bezděz, die auf einem Vulkankegel in 604 m über dem Meeresspiegel steht. Die massive Burg mit zwei Türmen wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet und geht auf die Bemühungen des böhmischen Königs Přemysl Otakar II., diese Region zu kolonisieren zurück. Die Burg Bezděz war ihr Verwaltungssitz und gleichzeitig  die Sicherung des weiter nördlich nach Zittau führenden Handelsweges. An der Burg Bezděz wurde recht lange Zeit gebaut (es werden die Jahre 1265 - 1278 angeführt) und ihre Architektur trägt Spuren deutscher und französischer Einflüsse. Ihre gotische Form brannte 1621 nieder. Der neue Besitzer Albrecht von Wallenstein beschloss daraufhin, sie in ein Kloster umzuwandeln, welches bis 1778 betrieben und dann von Joseph II. abgebrochen wurde. Die verlassene und langsam verfallende Burg besuchte in den 1830er Jahren der Dichter Karel Hynek Mácha, der sie mit seinen Werken für immer berühmt gemacht hat.

Fast das gesamte 20. Jahrhundert über ist die Burg für Touristen zugänglich, die auch von der ursprünglichen, gotischen Burgarchitektur angelockt werden. Das Zentrum der Burg bildet der 40 m hohe Große Turm, der heute Aussichtspunkt ist. Der schönste Raum ist die Burgkapelle, die in dem früheren Gotikstil erbaut wurde. Mit Kreuzgewölben, Pflanzmotiven und Sockelresten unter dem Altar, von dem behauptet wird, dass er funkensprühende Energie ausstrahlt. Der Aufstieg zur Burg ist von fünfzehn barocken Kapellen des Kreuzweges aus dem Jahr 1741 umsäumt, die auf Bezděz bis heute noch die einstige Atmosphäre als Wallfahrtsort erahnen lassen.