Zum Berg Klíč (Kleis) im Lausitzer Gebirge

Die StreckeSvor (Bahnstation) – Svor (Gemeinde) – Klíč (Berggipfel) und zurück

Art der Reise

Anzahl der km: 5km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Českolipsko

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

der Gipfel des Klíč mit wunderschöner Aussicht

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Zug: Rumburk – Krásná Lípa – Jedlová (Bahnstation Svor liegt ca. 2 km vom Berg entfernt) Mit Auto: Seiffhennersdorf oder Großschönau – Jiřetín pod Jedlovou – Svor (Bahnstation)
Parken: Parken ist ein bisschen kompliziert, aber in der Gemeinde Svor kostenlos möglich
Verpflegung: in der Gemeinde Svor

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Ihre ersten Schritte im Lausitzer Gebirge sollten Wanderer auf den 763 m hohen Berg Klíč (Kleis) lenken, einem der bekanntesten Berge in diesem Gebiet, welcher  ihnen wunderschöne Aussichten bietet. Seine dreieckige Spitze überragt die Gemeinden Svor (Röhrsdorf), Nový Bor (Haida) und Cvikov (Zwickau i.Böh.) und trägt leicht alpine Züge.

Den Gipfel des Klíč bilden zerklüftete Felsen aus vulkanischen Klingstein, von dem bei guter Fernsicht die ganze Bergwelt vom Růžovský vrch (Rosenberg) bis zum Jeschken und tief ins Innere der Tschechischen Republik, zum Říp (Georgsberg), Milešovka (Donnersberg) oder den Stolové hory (Tafelberge) in der Nähe von Dresden überblickt werden kann. Im unteren Bereich ist der Berg mit Buchen und Eichen bewachsen, oben stehen nur noch einsame, vom Wind gekrümmte Birken. In den felsigen Wänden und dem Steinmeer des Klíč halten sich - für viele überraschend - heute noch Gämsen auf, die jedoch zu Beginn des 20. Jahrhunderts hier künstlich angesiedelt worden waren.

Der Klíč ist ein seltsamer Berg, der wie ein Ausreißer aus dem Lausitzer Gebirge wirkt und in dessen Ausläuern steht. Wege führen von Süden und Norden herauf, wobei bei einem Höhenunterschied von 400m zwischen Svor und dem Gipfel schon mal die Puste ausbleiben kann, denn der Aufstieg auf den Klíč unterscheidet kaum von höheren Berge, wie z. B. den Jeschken.

Der tschechische Bezeichung Klíč ist aus dem deutschen Namen Kleis entstanden, dessen Grundlage wiederum im urslawischen Wort ključ liegt, welches ein Quellgebiet bezeichnete. Klíč ist schon mehr als ein Jahrhundert Touristenattraktion. Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hier ein erstes Schutzdach für Wanderer errichtet, das im Jahr 1872 durch eine hölzerne Baude mit Sommerfrische ersetzt wurde. Im Sommer des Jahres 1893 stellten die Mitglieder des Alpenvereins aus Nový Bor einen Gehsteig auf den Gipfel fertig - den so genannten Serpentinenweg - und Konrad Weber aus Svor betrieb dann hier sogar zwei Jahre eine Bierschänke. Die Besucherzahlen und die Begeisterung der Touristen nahm beständig zu, so dass 1910 vom Bergverein aus Cvikov eine neue Blockhütte erbaut wurde, die an eine historische Villa mit Dachterasse erinnert. Die Hütte trotzte Natur und gelegentlichem Vandalismus, musste jedoch 1938 in Zusammenhang mit der krisenhaften Grenzsituation von diesem strategischen Punkt weichen. Nach der Annexion des Sudetenlandes wollte die Sektion des Bergvereins aus Nový Bor, Svor und Cvikov das Gebäude wiederherstellen, was jedoch nicht umgesetzt wurde. So gibt es auf dem Gipfel heute keine Gebäude mehr und auf den nackten Felsen befindet sich nur noch ein Vermessungspunkt.

Trotz seiner relativ geringen Höhe hat der Gipfel des Klíč ein schroffes Aussehen mit rauhem Bergklima. Im Winter bilden sich in den Felsen Eisfälle und größere Schneefelder, welche manchmal sogar als kleinere Lawinen zu Tal gehen können.  Deshalb ist der Berg besonders bei anspruchsvolleren Wanderen beliebt. 1962 fand unter der Spitze des Klíč zum erten Mal das sehr beliebte Winterereignis Camping im Schnee statt.