Zum Waldidyll Na Tokání (Balzhütte)

Die StreckeDoubice (Parkplatz, gelb markieter Pfad) – Eustachiushütte (Kreuzung) - Balzhütte (Waldgasthof) - Saula (Informationszentrum des Nationalparks der Böhmische Schweiz) - Doubice (Parkplatz)

Art der Reise

Anzahl der km: 10km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: mittlere Schwierigkeit
Touristengebiet: Šluknovsko

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Felsmassiv „Enge Stiege" -  Felsspalte mit Leitern Na Tokání (Balzhütte) -  mit mehreren Gastwirtschaften in historischen Jagdhütten (zugänglich zu den Öffnungszeiten) Internet: www.ceskesvycarsko.cz (Nationalpark Böhmische Schweiz) www.tokan-loveckachata (eine der Hütten)

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Auto: Zittau – Grossschönau – Varnsdorf – Jiøetín pod Jedlovou – Rybništì – Doubice
Parken: unbewachter Waldparkplatz etwa 1 km hinter Doubice in Richtung Dolní Chøibská; alternativ beim Informationszentrum von Saul (beide kostenlos)
Verpflegung: stilvolle Gastwirtschaft (in drei Hütten)

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Das Waldidyll der Balzhütte befindet sich in einer romantischen Landschaft mit Sandsteinfelsen, Fichten- und Kiefernwäldern im Herzen des Nationalparks Böhmische Schweiz. Sie besteht aus einzelnen Holzhäusern aus dem frühen 20. Jahrhundert, die auf Veranlassung von Fürst Kinsky in alpenländischen Stil für die Familie und ihre Gäste erbaut wurden. Zu erähnen ist, dass sich hier 1938 der britische Lord Runciman mit Adligen traf, die die Vereinigung des tschechoslowakischen Grenzgebietes mit Deutschland unterstützten.

Unsere Reise startet auf einem kleinen Waldparkplatz hinter der Gemeinde Doubice (Daubitz). Von hier führt ein bequemer, gelb markierter Weg durch ein luftiges Wäldchen, in dem hier und da die ersten Sandsteinfelsen auftauchen. Auf diesem kommen wir an einer riesigen, uralten Buche vorbei, an welcher sich ein gemaltes Bild der Heiligen Dreifaltigkeit befindet. Nach drei Kilometer gelangen wir an einer Waldkreuzung an die Eustachiushütte, benannt nach dem Patron der Jäger (sein Bild hängt an der großen Buche neben der Hütte). Von hier geht es weiter durch die schöne Landschaft der Klamm und Felsklüfte zur Balzhütte, wobei der Weg durch eine Reihe von Sandsteintürmen und gekrümmten Kiefern führt.

Das größte Erlebnis des Abstieges ist die Enge Stiege - ein romantischer Felsspalt, den wir nur auf Leitern durchsteigen können. Eine Alternative für weniger Mutige ist der kürzere Weg, auf dem sich zwei kleinere Leitern befinden. Am unteren Ende der Stiege passieren wir eine behauene Platte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die an die Fürstin Wilhelmine Kinsky erinnert und ihren Buchstaben „W" und die fürstliche Krone abbildet.

Von den Felsen folgen wir der Forststraße, die uns nach ein paar Minuten zum einsamen Waldidyll der Balzhütte führt, deren Name an die Auerhuhnjagd erinnert. Heute werden diese seltenen Vögel jedes Jahr im April von Jägern aus Èeská Kamenice geschossen. Die alte Hütten mit einer großen Trophäensammlung brannten 1905 aus. Im selben Jahr wurde jedoch mit dem Bau neuer Holzhäuser in alpenländischen Stil begonnen. Insgesamt gab es vier Gebäude, die nicht nur der Familie, sondern auch der steigenden Zahl von Touristen dienten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde alle Gebäude geschlossen und als Basis des Grenzschutzes verwendet. Später waren sie Betriebsferienheime. Heute sind alle Hütten wieder als Gasthäuser und Herbergen eingerichtet, die viel von der ursprünglichen Schönheit aristokratischer Zeiten bewahrt haben. Beliebt sind diese besonders bei  Sommertouristen und Radfahrern, die von der Kreuzung Saula hierher kommen. Doch auch im im Winter hat der Ort seinen Charme, wenn z. B. in einer der Hütten ein originaler, steirischer Butzenkachelofen die Besucher wärmt.

Von der Balzhütte kehren wir über die bequeme Forststraße ins Tal des Doubicer Baches zurück, wo wir nach drei Kilometern das ehemalige Forsthaus „Bei der Säule" erreichen, welches jetzt das Informationszentrum des Nationalparks Böhmische Schweiz beherbergt (entsprechend dem ursprünglichen deutschen Namen heute als Saula bekannt). Entlang des Baches kehren wir auf einer ruhigen Straße zum Parkplatz nach Doubice zurück.