Zur nördlichsten Loreto-Kapelle in Europa

Die StreckeRumburk – Loreto-Kapelle

Art der Reise

Anzahl der km: 0,5km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Šluknovsko

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Loretanische Kapelle  - geöffnet: November-März Di-Sa 9:00-16:00 Uhr, April-Oktober Di-Sa 10:00-17:00 Uhr, die letzte Besichtigung beginnt eine halbe Stunde vor Ende der Öffnungszeit Internet: www.rumburk.farnost.cz.

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Auto: Zittau – Grossschönau – Varnsdorf – Rumburk (Loreta)
Parken: kleiner Parkplatz direkt gegenüber der Loreto-Kapelle (kostenlos)
Verpflegung: direkt in Rumburk

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Rote Ziegel auf den Dächern des Gebäudes erinnern an barocke Kloster, wie sie typisch für die Böhmische Landschaft sind. Aber das Innere hält eine unerwartete Überraschung bereit - eine Loreto-Kapelle nach italienischem Vorbild, eine der schönsten religiösen Denkmäler in Nordböhmen.

Die Loreto-Kapelle ist eine Nachbildung des Geburtshauses der Jungfrau Maria in Nazareth, das vermutlich einst von einer Kaufmannsfamilie Angeli in die italienische Stadt Loreto (daher der Name) gebracht worden war, wo es bis heute in der Mitte einer Kirche aus dem 15. Jahrhundert steht. In Rumburk wurde auf Initiative des Lehnsherren Anton Florian von Liechtenstein eine Kopie dieser Loreto-Kapelle erbaut, für die er sich bei einem Besuch der "Heiligen Hütte" (italienisch santa casa) in Loreto gegen Ende des 17. Jahrhunderts begeistert hatte. Der Grundstein in Rumburk wurde im Jahre 1704 gelegt. Der Entwurf der Gebäudeanordnung (einschließlich eines nie realisierten prächtigen, historischen Barockkreuzganges) geht auf Johann Lukas von Hildebrandt, einem der bedeutendsten Architekten des europäischen Barock zurück. Von ihm stammen u. a. auch die Entwürfe der Basilika von St. Vavøinec und St. Zdislava im nahe gelegenen Jablonné.

Die Fassade der Kapelle ist dekoriert mit Stuckreliefs aus dem Leben der Jungfrau Maria und Statuen der zehn Propheten und zehn Sibyllen. Dekorierte Simse und korinthische Säulen verleihen dem Bau italienischen Glanz und ein majestätisches Aussehen. Der Bau wurde als eine exakte Nachbildung der italienischen Loreto-Kapelle realisiert, wobei anstatt Marmor lokaler Sandstein als Stuck verwendet wurde. Franz Biener aus dem sächsischen Schirgiswalde war der Bildhauer der Statuen der Fassade, die man später vom Dachsims vor den Eingang versetzte. Biener wurde auch als Autor der herrlichen Dekoration der Kirche in Jablonné und des Grabes von Kanitz-Kyaw in Hainewalde bei Zittau bekannt. Im Inneren der Kapelle in Rumburk befindet sich hinter einem vergoldeten Gitter eine Kopie der wundertätigen Schwarzen Madonna, aus Zedernholz geschnitzt und mit Gold und Edelsteinen geschmückt. Diese wurde vom Papst gesegnet und mit einer Reihe von Wunderheilungen in Verbindung gebracht.

Das Interieur der Loreto-Kapelle ist sehr einfach gehalten und auf das italienische Original bezogen, in der die Wände einsmals durch die Explosion von Schießpulver beschädigt wurden waren und nur ein Teil der ursprünglichen Gemälde von der Jungfrau Maria erhalten blieben. In der Loreto-Kapelle in Rumburk wurden diese Fragmente der Wandmalereien nachgebildet.
Die Loreto-Kapelle steht heute in Rumburk zwischen mehreren belebten Straßen. Dank der Gebäude, die sie umringen, ist sie jedoch eine Oase der Ruhe in der bewegten Stadt. Im Eingangsgebäude, das mit Szenen aus dem Leben der Jungfrau Maria verziert ist, gibt es eine ständige und wechselnde Ausstellungen über die Geschichte der Loreto-Kapelle, die im Kellergeschoss und im angrenzenden Kapuzinerkloster gezeigt werden.