Durch das Felsental der Schwefelflechten und des Zaubermüllers

Die StreckeSebnitz od. Großschönau - Doubice (Parkplatz) - Kyjovské údolí (Khaatal) – Turistický most (Touristenbrücke) – Zadní Doubice (alternativ über die Obere Schleuse in Deuschland) und zurück

Art der Reise

Anzahl der km: 17km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Šluknovsko

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Kyjovské údolí - einzigartige Naturszenerie, Obere Schleuse - Kahnfahrten, geöffnet April-Oktober Mo-Fr 9:30-16:30 Uhr, Sa,So 9:00-17:00 Uhr Internet: www.ceskesvycarsko.cz (Volkspark Böhmische Schweiz) www.doubice.cz (Gemeinde Doubice) www.hinterhermsdorf.de (Gemeinde Hinterhermsdorf mit Informtionen zu den Kahnfahrten auf der Oberen Schleuse)

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Auto: Grossschönau – Varnsdorf – Jiřetín pod Jedlovou – Rybniště – Doubice – Kyjov (Parkplatz)
Parken: in Kyjov (kostenlos)
Verpflegung: in Kyjov Kiosk am Parkplatz und Restaurants; direkt im Kyjovské údolí keine Gastronomie, erst wieder an der Kahnstation der Oberen Schleuse (ca. 10 km von Kyjov)

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Das Kyjovské údolí (Khaatal) erinnert an eine Märchenlandschaft, in welche das Flüsschen Křinice (Kirnitzsch) eine kilometerlange Schlucht in den Sandstein im Osten von Krásná Lípa (Schönlinde) geschnitten hat. Umrahmt von massiven Felsblöcken, die mit leuchtenden, gelben Flechten bedeckt sind und Kiefern auf beiden Seiten des Weges. Der Weg führt über in den Sandstein geschlagene Stufen und vom Rand der Felsen können Sie die Landschaft von gesicherten Aussichtpunkten genießen. Der romantische Weg wurde mit neuen Holzleitern, Gehwegen und Bänken zum Ausruhen versehen. Das Khaatal ist mit einer ganzen Reihe von Legenden und Märchen verbunden: ein Müller soll hier gezaubert und eine böse Wirtin oder gar der Teufel herumgespukt haben. Die anmutige Landschaft lockte aber eher Tourismusunternehmer als dunkle Mächte an.

Wir beginnen unsere Reise in dem schönen Dorf Kyjov (Khaa), das am Rande der Wälder und Felsen liegt. Wir finden hier eine ganze Reihe, der für diese Gegend typischen Umgebindehäuser. Direkt hinter dem Gasthaus „Na fakultě", das auch die nächstgelegene Wirtschaft für die Besucher des Tales ist, führt der Weg rechts entlang des Kirnitzschbaches (Křinice). Hier stand die berühmte Dixmühle, die in den Sagen mit dem bekannten Zauberer Martin Pumphut verbunden ist, der hier eine Zeitlang im 18. Jahrhundert arbeitete. Von der Mühle ist ein kleiner gemauerter Anbau erhalten geblieben, das ursprüngliche Umgebindehaus wurde nach 1945 abgerissen.

Danach treten wir in dem dunklen Tal in einen Wald ein. Links sind die Reste der Burg Kyjov (Karlstein) mit in den Felsen eingelassenen Leitern zu sehen. Eine Sehenswürdigkeit in der Nähe ist auch eine als Weinkeller bezeichnete Höhle, die nach der flaschenartigen Form der Eiszapfen benannt wurde, welche sich hier im Winter bilden. Noch reicheren Winterschmuck kann man in der nahe gelegenen Feenhöhle bestaunen (zu ihr führt ein mehrere hundert Meter langer Umweg über die Křinice-Brücke). Der bequeme Weg führt uns im Tal an dem links stehenden Sandsteinfelsen Teufelsstein vorbei, von dem gesagt wird, dass es sich um einen Mühlstein aus Kyjov handelt, den der Teufel in die Felsenklüfte brachte. An der Kreuzung der Touristenbrücke mit einer kleinen Schutzhütte haben wir die Mitte des Tales erreicht, von wo weniger Ausdauernde nach Kyjov zurückkehren können.

Der Weg führt über die Windungen der Kirnitzsch weiter durch das Felsental, wo er sich später weitet und aufhellt. Wir wandern an einer großen Erinnerungstafel für Dr. Johann Hilleh (1852-1925) vorbei, dem Initiator des Zugangs zum Khaatal am Beginn des 20. Jahrhunderts. Bald gelangen wir nach Zadní Doubice, wo nur noch kleine Brücken und in Felsen gehauene Keller an eine kleine Siedlung von ehemals sechs Häusern erinnern, die nach 1945 verschwanden. Wir sind am Ende des Khaatals, wo das Flüsschen Kirnitzsch die Grenze zwischen Tschechien und Deutschland bildet. Nicht weit von hier (ca. 1 km) führt der Weg über eine Brücke nach Deutschland. Unweit davon steht auf einer romantischen Waldwiese die vielleicht älteste Mühle des Tales, die Niedermühle (Dolní Mlýn), eines der ältesten Gebäude, das wie einem Märchen entsprungen zu sein scheint. Eine halbe Stunde hinter der Mühle beginnt die berühmte Obere Schleuse (Horní splav) der Kirnitzsch, bei der es sich um eine Bachaufstauung aus dem 16. Jahrhundert handelt, die ursprünglich die Holzflößerei ermöglichte und seit dem Ende des 19. Jahrhunderts für Kahnfahrten genutzt wird.