Zgorzelec – die Grenzstadt

Die StreckeGörlitz - Zgorzelec

Art der Reise

Anzahl der km: 8km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Zgorzelecki

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Stadtkulturhaus http://www.mdk.zgorzelec.com Jakób Böhme Haus http://www.euroopera.org/ Kostel St. Bonifáce Kirche Eine Besichtigung ist kurz vor oder nach den Messen möglich, oder nach Vereinbarung mit dem Pfarramt. Während der Gottesdienste ist eine Besichtigung der Kirche nicht möglich. Der Eintritt ist kostenlos.   http://www.bonifacy.zgorzelec.pl/

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Auto: Görlitz - Zgorzelec, Mit Zug: Görlitz - Zgorzelec
Parken: Parkplätze befinden sich auf der D¹browskiego Str., beim Bahnhof (mehrstöckiges Parkhaus) und an der Stadteinfahrt aus Richtung Lubañ http://www.firmy.net/parkingi,zgorzelec.html
Verpflegung: Mehrere Restaurants, Pizzerien, Bars und Fast-Foodlokale im Stadtzentrum http://zgorzelec.info/index.php?k_d=718&kfcid=72

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Der Landreis Zgorzelecki (Görlitz) liegt im südwestlichen Teil der Wojwodschaft Niederschlesien und wurde 1999 gegründet. Das Tourismusgebiet umfasst vor allem den Görlitzer Urwald (einen Teil der Niederschlesischen Kiefernwälder) und das Zgorzelecer-Zittauer Becken nahe der Grenze zu Deutschland und im Süden zur Tschechischen Republik.

Die größte Stadt im Gebiet des Landkreises ist die Grenzstadt Zgorzelec, die im polnischen Teil der Oberlausitz, am rechten Ufer der Lausitzer Neiße liegt. Die Stadt hat etwa 31.000 Eiwohner. Die Geschichte der Region ist sehr bewegt. Seit dem frühen Mittelalter war sie von Lausitzer Sorben besiedelt. In den Zeiten von Boleslav dem Tapferen wurde sie Polen, nach seinem Tod Böhmen, später Deutschland angeschlossen und nach dem 2. Weltkrieg schließlich geteilt. Auf dem Gebiet der heutigen Städte Zgorzelec und Görlitz wurde unter der Regie des tschechischen Fürsten Sobìslav im Jahre 1131 eine Burgstätte gegründet, die wahrscheinlich um das Jahr 1215 (einige historischen Quellen geben das Jahr 1303 an) zur Stadt befördert wurde.

Seit 1346 gehörte Zgorzelec zum Sechsstädtebund (Bautzen, Kamenz, Lubañ, Löbau, Zittau) entlang des sogenannten Königsweges, dessen Ziel die Stärkung des Handels und seine Sicherung gegen Raubüberfälle war. Der Bund hat zur Entwicklung von Handel, Produktion und zum Reichtum der Städtebewohner beigetragen. 1815 wurde er infolge der Vereinbarungen des Wiener Kongresses aufgelöst und Zgorzelec an Preußen angeschlossen.

Die spätere selbständige Stadt Zgorzelec hat sich vor allem im 19. Jahrhundert als Vorort der Stadt Görlitz entwickelt, welche auf dem linken Ufer der Lausitzer Neiße liegt. Während des zweiten Weltkrieges befand sich bei Zgorzelec ein Zwangsarbeitslager für Menschen verschiedener Nationalitäten (Stalag VIII A Görlitz), von denen dort mehrere tausend infolge der Haftbedingungen starben.

Der Krieg hinterließ große Zerstörungen in der Stadt. Infolge der neuen Grenzziehung nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde Zgorzelec 1945 eine selbstständige Stadt und Teil des polnischen Staates.

Karte

http://mapy.eholiday.pl/mapa-zgorzelec-zgorzelec-zgorzelec.html


Wegbeschreibung:          

Einen Rundgang durch Zgorzelec empfehlen wir am Kulturhaus der Stadt zu beginnen. Dieses prunkvolle Gebäude befindet sich auf der Parkowa-Str.1 und wurde nach dem Entwurf des deutschen Architekten Hugo Behr gebaut, aus Spenden finanziert und 1902 festlich eröffnet. Eine patriotischen Bürgerinitiative hatte es zum Gedenken an die beiden ersten Kaiser des geeinigten Deutschland, Friedrich Wilhelm I. und Friedrich III., als sogenannte Oberschlesische Ruhmeshalle errichtet.

Nach 1945 sollte in diesem Gebäude das Museum der Oberlausitz entstehen, was aber nicht realisiert wurde. Stattdessen wurde es ab 1948 als Bezirkskulturhaus genutzt. Ein wichtiges historisches Ereignis war am 6. Juli 1950 die Unterzeichnung des Zgorzelecer Vertrages zwischen Polen und der DDR, der die neue Grenze festschrieb.

Im Stadtkulturhauses werden Theatervorstellungen, Musik-, Tanz-, Sprach-, Kunst- und Fotokreise, Konzerte und Ausstellungen organisiert. Auch das Kino "PoZa NoVa" und ein Diskussionsfilmklub haben hier ihre Heimstatt.

Am Ufer der Lausitzer Neiße (Daszyñskiego Str.12) lebte Jakób Böhme, ein deutscher Philosoph und Visionär des 17. Jahrhunderts, der als Schöpfer eines modernen Gnostizismus gilt. Seine Arbeiten hatten starken Einfluss auf die Mystik seiner Zeit und aus seinen philosophischen Gedanken entwickelte sich der romantische Messianismus von Adam Mickiewicz, einem der prominentesten polnischen Dichter.

Heute ist im Jakób-Böhme-Haus die polnische Vereinigung Euroopera beherbergt, die mit den Nachbarländern zusammenarbeitet und verschiedene Formen der geistigen und kulturellen Entwicklung fördert.

Zgorzelec ist ein idealer Ausgangspunkt, um Görlitz auf der anderen Seite der Lausitzer Neiße zu besuchen. Das alte historische Zentrum der Stadt ist reich an Sehenswürdigkeiten.