Bogatynia (Reichenau) und seine Umgebindehäuser

Die StreckeZittau - Porajów - Bogatynia

Art der Reise

Anzahl der km: 8km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Zgorzelecki

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:Stadtbebauung Bogatynia - Markocice Marienkirche – die Kirche kann vor der Messe, oder nach Vereinbarung mit dem Pfarramt besichtigt werden. Während der Gottesdienste ist dies nicht möglich. Der Eintritt ist kostenlos   http://www.bogatynia-niepok.legnica.opoka.org.pl/

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Auto: Zittau - Porajów - Bogatynia
Parken: Parkplätze befinden sich auf der Daszyñskiego-, Zygmuntowska- und J. Kossaka-Straße
Verpflegung: Mehrere Restaurants, Pizzerien, Bars und Fast-Foodlokale im Stadtzentrum http://www.firmy.net/gastronomia,bogatynia.html

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Der Landreis Zgorzelecki (Görlitz) liegt im südwestlichen Teil der Wojwodschaft Niederschlesien und wurde 1999 gegründet. Das Tourismusgebiet umfasst vor allem den Görlitzer Urwald (einen Teil der Niederschlesischen Kiefernwälder) und das Zgorzelecer-Zittauer Becken nahe der Grenze zu Deutschland und im Süden zur Tschechischen Republik.

Die größte Stadt im Landkreis Zgorzelec ist Bogatynia (Reichenau) mit etwa 18.000 Einwohnern. Die Stadt liegt im Turoszowski Becken, welches im Süden an das Isergebirge grenzt und im Norden von den Dzialoszynski- (Königshain) Hügeln umgeben ist. Durch Bogatynia fließt der Bach Miedzianka (Erlichtbach).

Die erste Erwähnung von Bogatynia (Reichenau) stammt aus dem 12. Jahrhundert über  eine Lausitzer Siedlung, die bis zum 17. Jahrhundert zur Böhmischen Krone gehörte. Seit dem Mittelalter entwickelte sich hier die Weberei, deren Beweis die heutigen, bemerkenswerten Umgebinde- und Fachwerkhäuser sind. Nach dem Abschluss des Prager Friedens im Jahr 1635 erwarb das Königreich Sachsen die Lausitz. Ab 1741 gehörte Schlesien zu Preußen und wurde nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 Teil des deutschen Staates.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Bogatynia (Reichenau) an Polen angeschlossen und zur Stadt erhoben. In den Folgejahren setzte eine intensive Industrieentwicklung zur Nutzung der Braunkohlevorkommen ein, die sich im so genannten Turoszowskier Zipfel (Worek Turoszowski) und in Nachbarschaft des Kraftwerkes Turów (Türchau) befinden.

Am 7. August 2010 ereignete sich ein gewaltiger Wolkenbruch, dessen Hochwasser die Stadt stark beschädigte. 600 Gebäude erlitten Schäden, darunter 277 Umgebindehäuser mit großen kulturellen Wert. Die Verluste waren enorm, aber nur für einige wurde der Abriss beschlossen.

Karte

http://www.na-mapie.pl/plan-miasta/plan,bogatynia,21377/

 

Wegbeschreibung:

Einen Rundgang durch die Stadt beginnen wir an der Nadrzeczna-Str. im südöstlichen Stadtteil Markocice (Markersdorf), in dem sich die meisten Umgebindehäuser befinden, die zum Erbe der Lausitzer Architekturkultur zählen. Ein wichtiges Element der Lausitzer Häuser ist eine Mischung aus Ton, Hobelspänen und Ruten, aus der die Verfüllung der Holzkonstruktion eines Hauses besteht. An der Außenseite am Haus ist Putz angebracht, der optisch stark mit der Holzbalkenkonstruktion des Gebäudes kontrastiert und schachbrettartige Muster bildet. In der Stadt sind auch Häuser mit Ziegelverfüllung anzutreffen. Die verputzten Fassaden verraten auf den ersten Blick nicht, mit welcher Bautechnologie das Haus gebaut wurde. Bei insbesondere Gewerbegebäuden ist dies schon leichter möglich. 

Der lokale Charakter der Lausitzer Architektur ist das wertvollste Erbe der Stadt, auch nach der Sturzflut im Jahr 2010, weshalb sich Stadtrat und  Regierungsvertreter für den Wiederaufbau der zerstörten Häuser entschieden haben. Dies wird einige Jahre in Anspruch nehmen.

Zu den bedeutendsten architektonischen Sehenswürdigkeiten von Bogatynia zählt die neugotische Marienkirche, die in den Jahren 1863-1868 von Zisterzienserinen als Klosterkirche erbaut worden war. Das historische Portal einer früheren Kirche ist ihr größter Wert.

Am Ende der Besichtigung empfehlen wir  die Braunkohlengrube in Bogatynia-Turoszow zu besichtigen, die sich auf dem Stadtgebiet befindet und seit den 1960er Jahren das größte Kraftwerk Polens mit Kohle versorgt. Der Tagebau hat Natur und Landschaft der Gegend stark beschädigt. Mehrere Dörfer verschwanden, von denen heute nur noch ihre histrorischen Namen geblieben sind. Ein Preis, der leider für die Versorgung mit Energie gezahlt werden musste.