Glasglocke und Bierbad in Harrachov

Die StreckeHarrachov (Zentralparkplatz) - Harrachov (Zentrum) - Anenské údolí (Annental) - Harrachov, Nový Svìt (Glashütte) und zurück

Art der Reise

Anzahl der km: 5km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Krkonoše

Touristische Besonderheiten

Weitere Attraktionen:

Glasbläserei/Sklárna Novosad a syn - Glasherstellung, Glasmuseum, Brauerei und Bierbad (geöffnet: Mo-So 8.00-15.00 Uhr) Bergbaumuseum (geöffnet: Mo-So 10.00-18.00 Uhr) - ca. 1 km langer Besichtigungsstollen mit Ausstellung zum früheren Bergbau im Riesengebirge. Ausstellung von KRNAP v Šindelka (öffnet Di-So 9.00-12.00 Uhr; 13.00-17.00 Uhr) - Forst- und Jagdausstellung im Granit-Haus am östlichen Rand von Harrachov, in dem bis 1934 Dachschindeln hergestellt wurden, wie z. B. die 60.000 Schindeln für die Elbebaude. Skimuseum (öffnet Mo-Fr 9.00-17.00 Uhr; Sa-So 9.00-13.00 Uhr) - das Museum  über das Skifahren mit einer Ausstellung historischer Ski sowie Trophäen erfolgreicher lokaler Skifahrer.   Internet: www. harrachov.cz - Seite der Stadt Harrachov www.ados-harrachov.cz - Seite des Bergbaumuseums www.sklarnaharrachov.cz - Seite der Glasbläserei und des Museums www.pivovarharrachov.cz - Seite der Brauerei

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Zug oder Auto: Zittau - Liberec - Jablonec nad Nisou - Tanvald - Harrachov
Parken: Zentralparkplatz (Abzweig auf der linken Seite vor der Ortseinfahrt Harrachov, gebührenpflichtig).
Verpflegung: in Harrachov gibt es eine Vielzahl von Restaurants mit tschechischer Küche; bekannt ist das Brauerei-Restaurant mit Mini-Brauerei, welches sich direkt in der Glashütte befindet.

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Das heutige stattliche Bergzentrum Harrachov wurde im 17. Jahrhundert als ein Walddorf in der Nähe von Feinbach gegründet, und Anfang des 18. Jahrhunderts nach dem Besitzer des Herrschaftsguts Ferdinand Bonaventura Graf von Harrach benannt.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist Harrachov Touristik- und Skizentrum. Harrachov gehört zur Wiege des tschechischen Skifahrens, das sich vorallem im westlichen Teil des Riesengebirges entwickelt hatte. An die Geschichte des Skifahrens erinnert das Stadtmuseum in Harrachov. Heute ist die Stadt vor allem dank der Sprungschanzen auf dem Èertova hora/Teufelsberg (einschließlich der sog. Mammut-Sprungschanze - die größte in der Tschechischen Republik) und dem Skisport bekannt. Von den Denkmälern ist die pseudogotische Kapelle St. Elizabeth bemerkenswert, die an der Straße vor der Glashütte des Ortes steht. Das gesamte Innere besteht aus Glas und Spiegeln, im Turm ist auch von außen die kuriose 50cm große und 10 kg schwere Glasglocke sichtbar, die in der Glashütte des Ortes von Glasmacher Julius Klinger im Jahre 1916 gefertigt wurde.

Harrachov ist auch eines der renommiertesten Glaszentren Nordböhmens, in dem bereits seit dem 14. Jahrhundert Glas hergestellt worden sein soll. Das benachbarte Isergebirge wurde noch im 19. Jahrhundert als "Gläserne Berge" bezeichnet. Die Glashütte im polnischen Dorf Szklarska Porêba (Schreiberhau) in der Nähe von Harrachov wurde bereits im Jahre 1366 gegründet. Ähnlichen alt ist auch die Glashütte in Sklenaøíce bei Vysoké nad Jizerou. Das Goldene Zeitalter der Glasbläserei begann im Isergebirge jedoch im 16. Jahrhundert, als große Waldbereiche im Erzgebirge und später im Lausitzer Bergland gerodet waren und die Glasmacher wegen Holzbedarf weiter nach Osten zu ziehen begannen. Die Glashütten standen zuerst hoch in den Bergen und wurden später in tiefergelegene Dörfer verlegt. Die ursprüngliche Harrachover Glashütte stand bis in die Hälfte des 18. Jahrhundert im heutigen Ortsteil Rýžovištì (Seifenbach). Im Jahre 1712 wurde in Nový Svìt (Neuwelt) eine weitere errichtet, die bis heute besteht.

In zwei Glasöfen entstehen hier unter den Händen der Glasmacher handgeblasene Trinkgläser und dickwandiges Hüttenglas, aber auch Kristallkronleuchter und Kleinprodukte aus Glas. Die Harrachover Glashütte ist ein technisches Denkmal im Betrieb, unter anderem mit originaler, historischer, mit Wasser angetriebener Glasschleiferei, welche die älteste der Welt ist. Neben der Glashütte steht ein Herrenhaus, die ursprüngliche Wohnung des Hüttenmeisters, in dem sich jetzt das Glasmuseum befindet. Zur Glashütte gehört auch eine Brauerei, in der Helles und Schwarzbier gebraut wird, einschließlich dem "Achter", ein schwaches Bier für die Glasmacher. Vom Brauerei-Restaurant gibt es einen direkten Ausblick auf die heißen Öfen und die Arbeit der Glasmacher.

Das Bier aus Harrachov ist sehr begehrt und kann direkt am Eingang der Glashütte erworben werden. Es findet auch bei einer besonderen therapeutischen Attraktion - dem Bierbad - Verwendung.