Über die Burgruine und die Rebellenglocken nach Rovensko

Die StreckeI. Trosky (Burgruine) (Parkplatz) - Trosky (Burgruine) II. Rovensko pod Troskami (Rowensko bei Turnau) - Zentrum - Rovensko unter der Burgruine und mit Holzglockenturm

Art der Reise

Anzahl der km: 4km
Ausflugstipp: zu Fuß
Schwierigkeit: ein einfacher Ausflug (im Flachland)
Touristengebiet: Èeský ráj

Touristische Besonderheiten

Burg / Schloss:

Trosky (Burgruine) geöffnet: April und Oktober - nur Sa, So, Feiertage 08.30 - 16.00 Uhr Mai bis August - Di bis So 08.30 - 17.30 Uhr September - Di bis So 08.30 - 16.00 Uhr Montag ist Ruhetag; Wenn ein Feiertag auf Montag fällt, ist am Dienstag geschlossen.

Weitere Attraktionen:

Hölzerner Glockenturm in Rovensko Juni bis September - Di bis Sa 9.00 - 12.00, 13.00 - 17.00 Uhr, Sonn- und Feiertage 12.00 - 16.00 Uhr Oktober bis Mai - nur bei tel. Bestellung Tel.Nr. 00420 731 104 630 Geläut an Sonn- und Feiertagen um 12.00 Uhr Internet: www.trosky.cz; www.rovensko.cz

Weitere Informationen

Verkehrsverbindungen: Mit Zug: Zittau - Liberec - Turnov - Jièín (die Haltestellen Borek und Rovensko p. T.). Mit Auto: Zittau - Liberec - Turnov - Jièín (35, E442), Abzweig nach links in das Dorf Borek; nach Rovensko zurück auf die Straße 35 und in Dlouhá Ves den Abzweig
Parken: Direkt unterhalb der Burgruine ist ein kostenpflichtiger Parkplatz; in Rovensko ist es möglich direkt im Stadtzentrum zu parken; begrenzte Parkplätze (kostenlos) direkt neben dem hölzernen Glockenturm.
Verpflegung: Burgruine - Kiosk, Büfett; Rovensko p. T. - mehrere Restaurants mit tschechischer Küche.

Sehenswertes mit Wegbeschreibung

Ein Ausflug zu den zwei Juwelen des Böhmischen Paradieses: dem berühmtesten Wahrzeichen dieser Landschaft - der Burgruine Trosky und der weniger bekannten Kuriosität der "Rebellenglocken" in der Nähe von Rovensko. 

Die Burgruine Trosky gehört bereits seit dem Mittelalter zur Landschaft des Böhmischen Paradieses und entstanden im 14. Jahrhundert auf zwei freistehenden Basaltfelsen. Sie wurden im Auftrag von Èenìk von Wartenberg, einem der mächtigsten tschechischen Adligen dieser Zeit erbaut. Das Erkennungszeichen der Burg sind ihre zwei von Legenden umwobenen Verteidigungstürme, die dünne „Panna" (Jungfrau) sowie die niedrigere und breitere „Baba" (Alte). Von beiden bietet sich eine herrliche Aussicht auf das Böhmische Paradies und auch auf entferntliegende Berge, einschließlich des Riesengebirges. Die umfangreichen und massiven Burgmauern, die einst den Zutritt zur Burg verwehrten, sind bis heute noch größtenteils erhalten. Es gibt einen Rundweg für einen individuellen Spaziergang durch die Ruinen, wobei sich insbesondere ein Aufstieg auf den Turm „Baba" lohnt, welcher als Aussichtsturm hergerichtet wurde.

Die Rebellenglocken sind eine einzigartige Sehenswürdigkeit in der Nähe der malerischen Stadt Rovensko pod Troskami. Sie befinden sich in einem hölzernen Glockenturm neben der Kirche. Der Blockbau aus massiven Holzbalken stammt aus dem Jahr 1630 und wird durch ein Schindeldach abgedeckt. Im Inneren befinden sich drei Glocken: „Václav", „Jan Køtitel" (Johannes der Täufer) und „Jiøí" (Georg). Die zwei größeren stammen aus der Werkstatt von Martin Schrötter in Hostinné nad Labem und wurden zur Zeit des Glockenturmbaus angeschafft; die kleinste Glocke „Jiøí" wurde neun Jahre später gegossen. Im Glockenturm führen 33 Stufen als Symbol für Christi Alter zum Zeitpunkt seiner Kreuzigung die Besucher zur Aussichtsplattform.

Interessant ist, dass alle drei Glocken in Ruhestellung nach oben gedreht sind. Nach der Überlieferung geschah dies auf Anweisung der Herrschaft, um die Aufsässigen aus Rovensko zu bestrafen, welche sich zu Protesten gegen Adel und Rekatholisierung versammelt hatten. Die Glocken sollten nie mehr erklingen. Die gescheiten Bewohner von Rovensko mussten sich zwar dem Adel beugen, lernten aber auch die umgekehrten Glocken zu läuten. Alle drei Glocken werden bis heute mit den Füssen geläutet. Dafür ausgebildete Glöckner entfernen in luftiger Höhe zuerst Stützhölzer, worauf die Glocken abwärts kippen können und von den über den Glocken stehenden Glöcknern durch beständiges Nachtreten in Schwung gehalten werden.

Dank ihrer speziellen Aufhängung und dem Klang des Geläutes wurden die Rebellenglocken in Rovensko bereits im 19. Jahrhundert als Kuriosität angesehen und blieben glücklicherweise auch während der beiden Weltkriege von der Beschlagnahme als Rüstungsrohstoff verschont.